CdF-Clubabend: Die Harmonie zwischen Schotten und Kubanern – 09.02.2011

Es waren ein paar Schotten, die unser Vorstandsmitglied K.-D. Müller auf eine ganz hochprozentige Idee brachten. Einige Single Malts nämlich hatten ihn bei einem Tasting damit überrascht, dass zwischen Whisky und Zigarre durchaus Harmonie herrschen kann. Bei einem Abend im Hafenlager brachte K.-D. nun 30 weiteren Clubmitgliedern sowohl den Whisky-Genuss als auch einen Whisky-Experten nahe.

„Geschmack ist individuell“, sagte uns Jens Rosenberg an diesem Abend gleich mehrfach. Es ist einer der Leitsätze des Brand-Ambassadors der Beam Global Deutschland GmbH. Er ließ uns einen Abend und eine Partagas Salomones lang an seinem Wissen über Verkostungen, die Herstellung und die geschmacklichen Unterschiede von sechs typischen Single Malts teilhaben. So war etwa von ihm zu erfahren, dass die Aromen eines Whiskys am besten an einem sich oben verjüngenden „Nosing-Glas“ zu erriechen sind. Dass an diesem Glas auch der Alkoholgehalt ablesbar ist: Wird es in etwa 45 Grad Schräglage gehalten und gedreht, hinterlässt der Whisky Schlieren. Je stärker sie sind, desto niedriger der Alkoholgehalt und desto stärker die Aromen. Und wer von uns hätte geahnt, dass Indien einer der weltweit größten und Japan einer der besten Produzenten von Whisky ist? Oder dass das Destillat klar ist, 70 Volumenprozent hat und nach Terpentin riecht? In dieser Form, so sagte uns Jens Rosenberg, käme man allenfalls auf die Idee, die Flüssigkeit in den Tank eines Autos zu kippen. Dass daraus aber dennoch später ein Genuss-Produkt daraus werde, das sei eben genau den Fässern zuzuschreiben, in denen das Destillat gelagert wird. Vor allem eines stellte unser Experte gleich zu Anfang klar: Die Iren hätten zwar den ersten Whisky hergestellt, doch erst die Schotten hätten ihn perfektioniert.

Zu den ersten Zügen unserer Doppelfigurado servierte uns unser Whisky-Meister einen 10-jährigen Tullamore Dew. Danach kam er mit einem 12-jährigen Macallan daher und mit der Geschichte, dass eben jene Marke der teuerste Whisky war, der je verkauft wurde: Eine 60 Jahre alte Flasche habe bei einer Auktion einmal 460 000 Euro erbracht. Als dritter wurde uns ein The Glenrothes Select Reserve gereicht, danach ein Ardmore, dann ein 18-jähriger Highland Park und als sechster zum Schluss ein 10-jähriger Laphroaig – allesamt ohne Altersangabe.

Auch was bei der Wahl des Favoriten passierte, den jeder für sich selbst oder zusammen mit seinem Tisch- beziehungsweise Sesselnachbarn vornahm, hatte unser Whisky-Experte vorausgesagt: Die Meinungen gingen so sehr auseinander wie noch bei keinem Tasting zuvor. Die einen hielten die Nummer sechs für den perfekten Begleiter zu ihrer Zigarre, deren Geschmack andere Gäste dagegen mit „Medizin“ oder gar „Desinfektionsmittel“ verglichen. Wieder andere entschieden sich der Milde wegen für die Nummer zwei oder die Nummer drei, weil sie ihn als Lieblingsmarke ohnehin auch in der heimischen Hausbar haben. Ganz anders votierte der Ideen-Geber unseres Abends: Für K.-D. Müller war die Nummer eins der Favorit, denn er erinnerte ihn an seine Studentenzeit. „Wenn Du ganz schnell etwas erreichen willst, dann trinkst Du Tullamore Dew.“ Und wer sich von unseren Gästen noch nicht auf einen Lieblingswhisky festlegen mochte, der kann das Verkosten künftig auch privat perfekt fortsetzen, denn jeder Tester konnte seine jeweils sechs „Nosing-Gläser“ am Ende mit nach Hause nehmen.